Julia Bielenberg vom Medienhaus Oetinger: Wie gefährlich die Lesekrise bei Kindern für Deutschlands Zukunft ist
Shownotes
Pippi Langstrumpf, die Kinder aus Bullerbü, das Sams, Timm Thaler: Ohne diese Figuren wäre die Geschichte des Oetinger Verlags undenkbar. Fünf deutsche Verlage hatten die Geschichte über das wilde Mädchen Pippi Langstrumpf abgelehnt, bevor Friedrich Oetinger Astrid Lindgren 1949 in Stockholm kennenlernte und das Buch noch im selben Jahr auf Deutsch herausbrachte. „Wir haben Pippi Langstrumpf wirklich alles zu verdanken", sagt seine Enkelin Julia Bielenberg, die den Verlag heute in dritter Generation führt.
Aus dem Hamburger Familienverlag ist längst ein Medienhaus mit über 100 Mitarbeitenden und rund 36 Millionen Euro Umsatz geworden, mit Hörbüchern, Apps, Theaterstücken oder eigenen immersiven Erlebniswelten. Getrieben ist diese Verwandlung auch vom veränderten Nutzungsverhalten der Kinder selbst. „Weniger Kinder greifen leider zum Buch, mehr wenden sich anderen Möglichkeiten zu", sagt Julia Bielenberg. Gegen das Smartphone habe das Buch einen strukturellen Nachteil: „Lesen ist anstrengend, da muss man etwas leisten. Das Smartphone ist einfach, da kann man sich passiv einfach berieseln lassen, von morgens bis abends."
Was für Julia Bielenberg als Verlegerin vor allem ein Geschäftsproblem ist, ist für sie gesellschaftlich jedoch ein klares Alarmsignal: „Das macht leider ganz viel mit dem kleinen Gehirn unserer Kinder, wo sich die Synapsen leider nicht mehr so verknüpfen, wie sie das früher getan haben." Fast die Hälfte der Berliner Drittklässler könne nicht mehr richtig lesen, deutschlandweit sei es fast jedes vierte Kind, das nach der vierten Klasse den gelesenen Inhalt nicht verstehe. „Wir haben kein Rohöl, wir haben keine seltenen Erden, wir haben nichts davon. Wir haben nur die Bildung unserer Kinder", sagt sie und fordert deshalb von der Politik eine weitreichende Bildungsreform.
Julia Bielenberg erzählt außerdem, wie es sich anfühlte, mit den Kindheitsidolen am Küchentisch zu sitzen und wie es war, als Kind selbst zur Romanfigur zu werden – im Podcast „Alles neu…? Aus dem Maschinenraum“ mit Tobias Rappers und Katja Michel.
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Eine Buchempfehlung von Julia Bielenberg: Meine Berge bist du von Francesco Vidotto
Alle weiteren Buchempfehlungen unserer Podcast-Gäste findest du in unserem digitalen Bücherregal auf Goodreads: Maschinenraum Buchclub
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+++ Fragen oder Anregungen zum Podcast? Dann schreib eine Mail an allesneu@maschinenraum.io +++ +++ Mehr zum Maschinenraum auf unserer Website und auf LinkedIn +++ Moderation: Tobias Rappers, Katja Michel | Redaktion: Rebecca Marquardt +++
Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo und herzlich willkommen zu Alles Neue aus dem Maschinenraum, dem Interview-Podcast für den deutschen Mittelstand.
00:00:21: Mein Name ist Katja Michel und ich bin Redakteurin beim Wirtschaftsmagazin Kapital.
00:00:26: Und ich bin, so wie es Rappers, Geschäftsführer des Maschineraums, dem Ökosystem für deutschsprachige Familienunternehmen.
00:00:32: Wir haben heute im Maschinenaumzug erst Julia Bielenberg die Enkelin des Gründers des Familienunternehmens Oettinga Und wir sprechen mit Frau Bielenberg darüber, wie es ist ein traditionelles Verlagshaus hin zu einem Medienhaus zu transformieren.
00:00:48: Wir sprechen vor allen Dingen aber mit ihr darüber was eigentlich die Welt von Kinderbüchern ausmacht und was sie auch mit den Kindern macht, was das für die Bildung bedeutet.
00:00:58: Es war ein sehr spannendes Gespräch, was wir geführt haben und ich würde jedem Hörer und Hörerin empfehlen bis zum Ende zuzuhören Denn die Gedanken von Frau Begenberg sind wirklich spannend.
00:01:09: Bevor wir jetzt aber in das Interview einsteigen, möchte ich mich noch ganz herzlich bei unserem Sponsor Salesforce bedanken der diese Folge unterstützt.
00:01:18: Und jetzt geht es direkt los wie immer mit dem Was bisher geschah von Katja!
00:01:24: Was bisher geschar?
00:01:26: Pipi Langstrumpf die Kinder aus Bullerbüh Die Brüder Löwenherz.
00:01:31: Ohne diese und viele weitere Kinderbuch-Heldinnen und Helden wäre die Erfolbsgeschichte des Örtinger Verlags undenkbar.
00:01:38: In den letzten Jahren gründete der Buchhändler Friedrich Oettinger in Hamburg einen Verlag.
00:01:44: Zunächst für Wirtschafts- und Sozialpolitische Werke.
00:01:47: Drei Jahre später reist Friedrich Öttinger nach Stockholm, wo er die berühmte Kinderbuchautorin Astrid Lindgren kennenlernt.
00:01:54: Die Bücher über Pipilagenstrumpf haben damals schon fünf deutsche Verlage abgelehnt.
00:01:59: Oettinger jedoch ist sofort begeistert von den Geschichten über das wilde Märchen, dass sich von niemandem etwas sagen lässt.
00:02:05: Noch im selben Jahr erscheint Pipi Langstrumpf auf Deutsch!
00:02:09: Der großen Astrid-Lin Créen folgen viele weitere berühmte Namen – Paul Maar mit dem Sams, James Größt mit Tim Tala.
00:02:15: Später werden auch Kirsten Bruehe mit den Geschicht aus dem Möwenweg und Cornelia Funke mit Hindenwelt dazukommen.
00:02:22: Der Gründer leitet den Verlag, bis er sich Ende der Sechzigerjahre aus gesundheitlichen Gründen zurückzieht.
00:02:27: Die Geschäftsführung übernimmt seine Frau Heidi.
00:02:31: Heute führt Friedrich Oettingers Enkelin Julia Bielenberg das Familienunternehmen, dass mehr als hundert Menschen beschäftigt und zuletzt rund sechsund dreißig Millionen Euro umgesetzt hat.
00:02:41: Aus dem Verlag ist das Medienhaus Oetdinger geworden – das nicht mehr nur gedruckte Bücher verlegt sondern auch höher Bücher, Apps und Theaterstücke herausbringt!
00:02:50: über das Aufwachsen im Verlag, den Wandel in der Buchbranche und darüber wie es sich anfühlt selbst zu Protagonisten in einem Kinderbuch zu werden.
00:02:58: Darüber sprechen wir mit Julia Bielenberg jetzt – im Podcast alles neu aus dem Maschinenraum!
00:03:05: Liebe Frau Bielenberg, herzlich willkommen im Maschinraum.
00:03:08: Hallo Frau Bilenberg wenn Sie die Chance hätten bei uns im Maschinenraum an der Espressobar eine Kinderbuchfigur zu treffen Welche Kinderbuchfigur würden Sie sich auswählen und worüber würden sie mit der Figur sprechen?
00:03:23: Das ist gar nicht so einfach, weil das immer ein bisschen so ist als würde man eins seiner Kinder bevorzugen.
00:03:30: Deswegen habe ich eine Frage gar nicht wahnsinnig gern aber wahrscheinlich wäre es doch tatsächlich Pippi Langstrumpf, weil sie für den Verlag steht wie keine andere Figur.
00:03:41: Wir haben Pippi langstrumpft wirklich alles zu verdanken über die Zeit sprechen und darüber welche Herausforderungen Kinder heutzutage haben im Vergleich zu früheren Zeiten, wo es auch nicht einfach war.
00:04:00: Und wie der Wandel der Zeit ist – ich bin mir sehr sicher, dass Pippi auf alles eine Antwort haben würde und immer optimistisch bleiben würde!
00:04:11: Ich glaube das ist der Traum eines Kindes einmal mit Pippi Langstuhl sprechen zu können?
00:04:15: Das kann ich gut nachvollziehen.
00:04:17: Frau Bielenberg, wenn Sie die Augen schließen und an Ihre Kindheit in Duverstedt denken welches Bild sehen sie zuerst?
00:04:23: Also letztendlich sehe ich den Garten Und das war ein bisschen wie Bullaby bei uns früher.
00:04:31: Es gab der Verlag war in mehreren Häusern In Duggensted im Vorort von Hamburg und es war unglaublich grün und es gab ganz viele Apelbäume Und es war so ein bisschen, ja diese verklärte Kindheit der Siebziger glaube ich und im Nachhinein war das sehr frei und sehr schön.
00:04:52: Bei ihnen waren ja viele berühmte Autorinnen und Autoren zu Gast zum Beispiel Astrid Lindgren, zum Beispiel James Criss.
00:04:58: Wie erinnern sie sich denn an Astrid Lindengren?
00:05:00: Also haben sie die wirklich gut kennengelernt als Kind?
00:05:03: Die habe ich richtig gut kennengelernt.
00:05:05: Und für mich war es gar nicht die große Autorin dieser Star, der sie ja war und ist sondern für mich was einfach die Freundin meiner Oma.
00:05:15: und ich glaube da hat man dann ganz anderen Zugang dazu und sie hat sich mit mir ganz ernsthaft unterhalten.
00:05:22: und das sind dann nicht unbedingt so diese Fragen wie war's in der Schule?
00:05:26: Sondern Sie wollte immer genau wissen wie es mir als Mensch geht, als Kind was ich schülle, was ich empfinde Und das war damals gar nicht so üblich.
00:05:36: Also, das war eine der wenigen Personen mit der man tatsächlich auch über Gefühle sprechen konnte und das ist mir in Erinnerung geblieben.
00:05:45: Wann wurde Ihnen bewusst, dass es schon etwas Besonderes ist, so aufzuwachsen?
00:05:52: bewusst, dass immer wenn besondere Autoren bei uns zu Gast waren dann gab es zwar kein Social Media damals und keinen Internet aber es kam.
00:06:02: irgendwie wussten die Leute das dort in Buchensteel wo ich aufgewachsen zur Schule gegangen bin.
00:06:08: Und dann kam Freundinnen und fragten ob sie mal vorbeikommen könnten und ob sie uns mal besuchen könnten?
00:06:14: Das war eigentlich immer der Moment wo mir überhaupt bewusst war was das für eine Strahlkraft hatte.
00:06:22: Also ich würde behaupten, das ist eine sehr ungewöhnliche Kindheit.
00:06:25: Zumindest für viele Menschen würden das so bezeichnen.
00:06:29: Was hat diese Kindheit ihnen geschenkt und was hat sie vielleicht auch genommen?
00:06:34: Naja jetzt endlich hat es mir ein Sicht aufs Leben gegeben die glaube ich ganz viele Kinder nicht haben.
00:06:42: Wir waren also meine Eltern haben ja beide im Verlag gearbeitet.
00:06:46: Meine Oma hatte Verlag gearbeitet Das heißt der Verlag war mein Spielplatz Und gleichzeitig war er omnipräsent und hat das ganze Leben bestimmt.
00:06:58: Also privat gab es nicht, sondern privat war auch der Verlag.
00:07:03: Und da wurde am Abendbrutz zu drüber geredet.
00:07:06: Da wurde mein Frühstück darüber gerede.
00:07:08: Das war ... das war twenty four seven.
00:07:12: Und das hat auf der einen Seite was unglaublich starkes, identitätsbildendes und auch spannend ist.
00:07:21: Weil ich permanent die tollsten Autoren Deutschlands also kennengelernt habe vor Ort hatte.
00:07:29: mit Wolfrettich habe ich Ballett getanzt, den sterbenen Schwan auf seinem Rücken.
00:07:35: Und James Cruz hat uns oder seinen Horn Dario ausgestattet mit den schönsten selbst gestrickten Dingen die man sich vorstellen kann und das war sehr besonders.
00:07:48: Auf der anderen Seite hatte es natürlich auch insofern etwas... Ja, fast belastendes.
00:07:58: Weil man natürlich auch alles mitbekommen hat und auch wenn es vielleicht im Verlag mal nicht so lief wie man sich das progestellt hat Wenn die Eltern auch mal gestresst waren.
00:08:07: Das hat man natürlich eins zu eins mitgenommen Und hat dafür aber denke ich einen ein bewusst sein bekommen Wie Unternehmen funktionieren.
00:08:17: Ich glaube dass ist auch etwas was heute So falsch gezeichnet wird draußen dieses Unternehmerbild, was man hat.
00:08:24: Gerade mittelständische Unternehmen sind so tief verankert damit dass es diesem Unternehmen gut gehen muss und den Mitarbeitenden gutgehen muss und das man etwas für die Gesellschaft tut.
00:08:37: Und das ist wirklich harte Arbeit und zwar von morgens bis abends und jeden Tag.
00:08:42: Da werden manchmal Bilder gezeichnete oder würde man sich nie wieder erkennen Und er schieben ihnen das als was erstrebenswert ist jetzt mal abgesehen von dem sehr tollen, faszinierenden Produkt.
00:08:53: Buch, also genau dieses Unternehmertum über das sie gerade sprachen.
00:08:57: Es ist ja auch ein Wirtschaftsunternehmen, dass vielleicht mal unter Druck steht wo es nicht so gut läuft.
00:09:01: Erschieden Ihnen das als etwas.
00:09:03: Ja ich will das später auch mal machen weil es gibt ja durchaus auch Unternehmerkinder die das als sehr abschreckend empfinden und sagen nee ich möchte gar nicht das privat und beruflich so verwirrscht Ich will nicht immer diesen ewigen Druck haben.
00:09:16: wie war das bei ihnen?
00:09:18: Naja, ich habe da glaube ich zwei Herzen in meiner Brust und zwar auf der einen Seite hab' ich ein unglaublich ausgeprägtes Verantwortungsgefühl.
00:09:26: Das ist einfach da!
00:09:28: Und auf der anderen Seite hiebe ich Freiheit.
00:09:31: und diese beiden Tole die haben immer so ein bisschen im Wettstreit miteinander gestanden und ich wollte als Kind überhaupt nicht in den Verlag.
00:09:40: Ich habe unglaublich gerne gelesen aber für mich also ich wollte was anderes machen.
00:09:45: Ich wollte Schauspielerin werden.
00:09:46: zuerst oder Später wollte ich dann nach der Uni Kunstgeschichte studieren und dort erst mal, also ich habe Kunstgeschichten studiert.
00:09:55: Mein Doktor machen Kunstgeschicht und in einen ganz anderen Bereich gehen.
00:09:58: Da ist ein bisschen das Leben dazwischen gekommen.
00:10:00: Mein Vater ist sehr jung verstorben mit sechsundfünfzig und da hatte ich gerade meinen Abschluss, mein Uni-Abschluss in der Hand und ich hatte ihm versprochen bevor er operiert werden musste dass Ich mich kümmere.
00:10:13: und dieses Versprechen war da Und das habe ich einfach eingelöst.
00:10:19: Und zunächst war es natürlich wahnsinnig viel Verantwortung, weil man mit sechsundzwanzig Jahren damals bin ich in Führungsverantwortung gekommen, frisch von der Uni und hatte schlichtweg keine Ahnung.
00:10:31: Und hab mir das aber nicht sehr stark anmerken lassen.
00:10:34: also Ich bin wirklich einfach ins kalte Wasser gesprungen und habe schwimmen gelernt und ich glaube auch relativ schnell.
00:10:40: Und dann war's so!
00:10:42: Das habe ich dann gemacht daran auch sehr, sehr viel Freude gemacht gehabt.
00:10:47: Also ich war damals erst mal dann antwortlich für den Theaterverlag und das war ja etwas... also dieses Theater an sich hat mich schon wahnsinnig fasziniert.
00:10:56: Ich habe ja meine Stick studiert, also auch da.
00:10:59: Literatur hat mich immer faszineert und diese Nähe zu Autoren und zu Kreativen fand ich einfach toll!
00:11:04: Und von daher war das für mich ein Schritt der vielleicht nicht so gedacht der sich dann aber zu meinem größten Glück empfuckt hat und insofern, ja manchmal habe ich noch das Gefühl was wäre gewesen wenn.
00:11:18: Ich glaube dass hat jeder in seinem Leben Aber ich bin schon ziemlich herbie mit dem wie es verlaufen ist.
00:11:25: Das muss ja wirklich so ein kipppunkt in ihrem leben gewesen sein.
00:11:29: Wenn sie an die junge frau zurückdenken die sie damals waren Was mussten Sie am schnellsten lernen?
00:11:35: Sie haben gerade gesagt sie mussten viel lernen weil was was genau war das?
00:11:38: Also letztendlich musste ich lernen, A. mich durchzusetzen und B nicht naiv zu sein und einfach den gesunden Menschenverstand einzusetzen.
00:11:49: Ich würde heute aus meiner Sicht nicht mehr Germanistik studieren oder Französisch.
00:11:56: Das hat mich also hat mir in der Situation einfach nicht weiter geholfen.
00:12:02: wenn ich einen anderen Weg gegangen wäre wäre das sicherlich sinnvoll gewesen aber in der damaligen Situation war das für mich gar nicht zielführend.
00:12:09: Und ich bin, glaube ich oder ab zumindest... Also ich bin relativ schnell im Kopf denke ich und von daher konnte ich relativ schnell mir Dinge aneignen die ich ja nicht gesagt bekam.
00:12:23: also man muss sich das so vorstellen.
00:12:25: es gab eine Sekretärin damals von meinem Vater die so konzentriert war von dem Tod dass sie eigentlich gar nicht mehr in der Lage war irgendwas zu machen hat immer nur ein bisschen die Die Haufen, die sich anhäuften an Dingen, die zu tun waren von rechts nach links verschoben und es war nichts digitalisiert.
00:12:44: Es gab Zettelkästen
00:12:45: usw.,
00:12:46: das heißt ich bin in ein Unternehmen dort gekommen und es hat mir niemand gesagt wie's geht.
00:12:53: Und ich habe das natürlich ein Stück weit gewusst von dem was ich mitbekommen habe als Kind.
00:13:00: aber Also was wir heute haben, an Onboarding und an Ankommenstingen.
00:13:07: Und jeder wird in die Systeme eingeführt usw.
00:13:10: Das war damals einfach nicht so.
00:13:15: Insofern war das wirklich Learning by Doing.
00:13:18: Das hat sich als relativ gut herausgestellt.
00:13:22: Man durfte nicht naiv sein!
00:13:24: Was war denn eigentlich die Rolle ihrer Mutter?
00:13:27: Meine Mutter hatte... also ich war ja dann sehr stark tätig Also am Anfang auch für die Buchverlage mit meiner Mutter und dann eben im Theater-Verlag.
00:13:35: Meine Mutter ist von der Lektoren, also zur geschäftsführenden Unternehmerin geworden und musste da ein ganz neuen Bereich lernen für sich.
00:13:51: Vorher hat sie alles sehr stark mit meinem Vater gemacht Also der Geschäftsführer war und er vor allem auch wirtschaftlich das Unternehmen geführt hat.
00:14:04: Und da mussten wir alle zusammen ein Stück weit reinwachsen, ich glaube, wir haben uns ganz gut gegenseitig unterstützt in dem was wir dort gelernt haben und das war ja es war im Nachhinein.
00:14:17: also wenn nicht rückblickend haben haben wir dort war das eine Phase des Lernens Unternehmen, wo ja letztendlich auch alle viel älter waren als ich.
00:14:31: Gab es etwas was Sie in den ersten Jahren unbedingt beweisen wollten und wenn Ja wem wollten sie etwas beweisen?
00:14:38: Also ich glaube wenn ich jemandem etwas beweise wollte dann nur mir selbst also niemanden von außen sondern einfach dass sich's kann.
00:14:47: und ja vielleicht auch so ein bisschen meinen Brüdern.
00:14:50: Ich habe zwei Brüder einen Älteren einen Jüngeren Und ja vielleicht noch ein bisschen den Brüden Einer ihrer Brüder heißt ja Jan.
00:15:00: Jetzt kommen wir auf das Thema Jan und Julia, es gibt ja diese Kinderbücher Jan und Julia und sie sind tatsächlich wie so das Vorbild für den Charakter Julia.
00:15:10: Ich habe aber gelesen Sie haben sich eigentlich in dieser Julia gar nicht so richtig wiedergefunden.
00:15:16: Wieso nicht?
00:15:17: Und wer hat sich das überhaupt angefühlt als zu charaktern, so ein Kinderbuch aufzutauchen?
00:15:22: Also erstmal war man als Kind super stolz, dass so ein Buch nach einem benannt wurde und das war schon mal toll.
00:15:27: Und das ist von Margrit und Rolf Retti.
00:15:29: Die waren bei uns ganz oft zu Hause und deswegen hatte das auch relativ viele Anklänge an unser Leben.
00:15:35: also da war schon vieles echt.
00:15:38: aber dieser Charakter Julia entsprach mir nicht und zwar deswegen nicht weil ich mich immer als ich sag mal es waren so typische Rollen will er von Jungs und Mädchen.
00:15:52: Der Junge Jan, der war immer der Tolle, der alles konnte und dann ging ihm mal aus Versehen etwas schief und er hat zum Beispiel im Zug das Zahnputzwasser über seine Schwester gespuckt Und Julia war eigentlich immer diejenige, der ein bisschen hilflos was passiert ist Und die im Zweifel immer so ein bisschen die Dumme war und die dann auch zum Beispiel, wenn da sind die Eltern Urlaub gefahren mit dem Auto.
00:16:21: Dann musste sie mal und dann sah man den nackten Po von Julia hinter dem Busch und das fand ich respektlos.
00:16:27: Also schon als Kind und hab gedacht warum bin ich da eigentlich immer die?
00:16:30: Also warum haben Sie da janglich gezeichnet dass der was man da den Nacken hinten sieht.
00:16:35: So und das war tatsächlich das waren glaube ich noch so Rollenklischis die damals einfach so waren und da habe ich mich ja überhaupt nicht gesehen.
00:16:44: Vielleicht nehmen wir uns ein bisschen mit auf den Weg, wie so ein Medienhaus funktioniert?
00:16:49: Wieso Bücher entstehen?
00:16:50: Wiesere Geschichten entstehen, wonach man Titel oder auch Figuren auswählt?
00:16:56: Ich denke es ist für viele der Hörerinnen und Hörern total spannend das einmal zu erfahren.
00:17:00: Also erst mal denken wahrscheinlich ganz viele der hörer- und höhererinnen dass es total einfacher ist an Kinderbuch zu schreiben kann Ihnen gar nicht sagen und jeder, der hier im Haus arbeitet bekommt von geben.
00:17:12: Und jeder ein Kinderbuch zugesteckt die mal geschrieben wurden.
00:17:17: Man muss sagen für Kinder zu schreiben ist ganz schwer und wir lehnen über so zugesteckt werden, lehnen wir ab.
00:17:28: Weil es eben nicht einfach ist für Kinder zu schreiben sondern man muss erst mal einen ganz bestimmten Ton treffen und die Kinder erreichen.
00:17:36: Man muss bei ihnen eine Emotion hervorrufen das ist ganz wichtig und sie müssen sich identifizieren können mit Figuren die in den Texten sind.
00:17:47: Und wenn all das gelingt dann verlegen wir diese Manuskripte.
00:17:53: Die werden dann bearbeitet und gleichzeitig kommen aber alle anderen Abteilungen im Haus schon dazu.
00:17:59: Und erfahren von diesem neuen Buch, was es ja irgendwann wird oder Audio- oder Theaterstück oder oder oder.
00:18:08: Dann wird daran gearbeitet wie es am besten eingesteuert vermarktet werden kann, wie es produziert werden kann.
00:18:14: also es gibt die Produktion da wird dann eben entschieden Wie soll die Grafik aussehen?
00:18:20: Wer, wir akquirieren Illustratoren.
00:18:23: Die das bucht dann weil sie auch für Kinder ist reich illustrieren und und und also sind ganz viele verschiedene komplexe Schritte, die es da geht.
00:18:33: Und es ist sehr kleinteilig und letztendlich immer so ein bisschen wie in Startup.
00:18:36: muss man sich das vorstellen Weil wir erstmal genau prüfen okay ist dieses Buch etwas, kann das etwas sein für den Markt?
00:18:44: Und da agieren wir ganz anders als es früher der Fall war.
00:18:48: Früher hat man ein Buch einfach gemacht weil's uns gefallen hat oder im Zweifel der Buchhändlerin gefallen hat.
00:18:55: und heute ist dass wir ganz, ganz stark die Ziegruppe mitdenken und überlegen, gefällt es denen überhaupt was wir hier machen?
00:19:02: Und wie muss das aussehen damit es den Kindern gefällt.
00:19:05: Das ist eine andere Rangehensweise.
00:19:07: Wir haben eine ganz starke Research Abteilung, die also vorher genau guckt Wie sind die Trends, wie sind die Seegewohnheiten von Kindern?
00:19:16: Welche Themen liegen gerade auf der Hand?
00:19:19: Insofern haben wir eigentlich inzwischen zwei Säulen nämlich die Säule des klassischen Autorenverlags, was wir natürlich nach wie vor sind mit großen Autoren die uns oder auch kleineren oder unbekannteren.
00:19:33: Die uns ihre Texte zum Verlegen anbieten und die von sich aus oft ein Gespür für die Zielgruppe mitbringen und haben und die wunderbare Geschichten schreiben können.
00:19:44: Und auf der anderen Seite haben wir jetzt den Konzept verlag dazu bekommen wo wir also selber Themen identifizieren und ausarbeiten, und Konzepte dafür schreiben.
00:19:56: Und die dann wiederum an Kreative geben, die uns das schreiben.
00:20:02: Ja.
00:20:03: Das sind zwei komplett unterschiedliche Rangehensweisen.
00:20:06: Wenn Sie sagen dass sie die Zielgruppe mitdenken oder aus der Perspektive der Zielgruppen denken?
00:20:11: Sind Kinder auch im Prozess involviert, dass die Vielfalt zu Ideen geben?
00:20:17: Ja unbedingt!
00:20:18: Also wir haben Wir haben da tatsächlich, wir gehen ganz viel auch in Schulklassen.
00:20:22: Wir gehen in Kindergärten.
00:20:23: Wir haben eine Reihe, das ist unsere Hundert-Einwahrreihe, die es genauso entstanden hat.
00:20:28: Da ist ja eine Produktmanagerin also wir nennen sie nicht mehr Lektorinnen sondern Produktmanagerin ist in den Kindergarten und in die Vorschule gegangen und hat einfach rausbekommen durch ganz viele Fragen, die auch gar nicht so einfach zu stellen sind dass was die Kinder überhaupt haben wollen, welche Fantasiefiguren zum Beispiel sie interessieren und dann hat sie die Kinder gefragt.
00:20:54: Und was wollt ihr am liebsten wissen über diese Figuren?
00:20:56: Und hat sich diese Fragen alle aufgeschrieben und so ist diese Reihe entstanden.
00:21:00: Dann haben wir mit den Kindern zusammen geguckt okay wer kann denn dafür in Frage kommen, wer macht dazu die Illustrationen?
00:21:07: also auch das haben wir getestet ganz intensiv getestete an den Kindern Und das ist wirklich eine totale Erfolgsreihe geworden.
00:21:14: Also da gibt es das über die Einhörner, da gibt das was über die Wichtel, da geht das etwas über die Dinosaurier und das sind alles so typische ich sag mal typische Figuren, die wir aber nicht so typisch darstellen also ganz anders als andere das machen.
00:21:28: und ja das ist wahrscheinlich auch ein Grund für den Erfolg.
00:21:31: Und wie funktioniert so ein Medienhaus wirtschaftlich?
00:21:34: Also womit verdienen Sie eigentlich das Geld, sind es die ewigen Bestseller weiterhanden wie Pipi Langestrumpf und Samsung.
00:21:40: Sind es diese neueren Sachen, die Apps oder Theaterstücke?
00:21:43: Vielleicht können sie uns da mal einen Einblick geben!
00:21:46: Ja, also das ist alles letztendlich was wir machen.
00:21:49: Es ist immer eine Mischkalkulation und unser großes Glück ist es dass wir auf so einem großen Schatz an Autoren die nach wie vor super Funktionieren aufbauen können.
00:22:00: Das ist diese sehr starke Backlist – das hat nicht jeder Verlag!
00:22:03: Und das ist die Leistung meiner Eltern eben auch, die über viele Jahrzehnte diese Autoren mit groß gemacht haben aufsatteln können.
00:22:12: Und inzwischen kommen aber ganz, ganz viele andere Bereiche dazu und das ist also neben dem Buch und dieses Buchgeschäft ist wirklich wahnsinnig kleinteilig und auch nicht sehr magisch stark.
00:22:24: Das muss man einfach sagen.
00:22:25: Ganz viele Bücher rechnen sich auch nicht.
00:22:27: Das heißt auch da es eine Mischkalkulation von den erfolgreichen Bestellern die man hat und dann denen den Büchern, die leider nicht so erfolgreich sind Und dann aber ganz, ganz tolle Bereiche die wir haben wie den Theater Verlag zum Beispiel.
00:22:41: Den ich ja wie gesagt auch lange geführt habe.
00:22:44: Das bringt so viel Spaß und damit verdienen wir auf jeden Fall Geld weil es dort die Margen ein bisschen besser aussehen als im Buch.
00:22:52: Und dann haben wir Lizenzabteilung das heißt wir verkaufen hier die Rechte auch ins Ausland die dort ausgewertet werden.
00:22:58: Wir haben Merchandise und haben vor allen Dingen sehr stark wachsenden Markt von Audio.
00:23:05: Das machen wir hier ja auch, also das ist eben etwas was unglaublich wächst.
00:23:10: Also weniger Kinder greifen leider zum Buch immer mehr wenn sich andere Möglichkeiten zu.
00:23:16: Wir haben Apps, wir haben Games, wir spielen und dass es letztendlich muss man über diese ganze Bandbreite sehen.
00:23:23: Das heißt eine Geschichte wird heute nicht nur als Buch ausgewertet sondern in ganz vielen unterschiedlichen Formaten in die Nachrichten sozusagen geguckt haben.
00:23:35: Wir haben heute gerade gelanscht, dass wir in Hamburg eine immersive Welt, Erlebniswelt für die Archivs eröffnen werden im Oktober und das ist ne ganz, ganz neue Facette des Geschichtenerzähens und es gibt es in dieser Form noch nicht weil es dann nicht nur eine immersive Ausstellung ist wie man das so von Van Gogh oder anderen kennt, sondern es ist eine Ausstellung wo auf der einen Seite was immersiv ist und auf der anderen Seite aber haptisch und dieses Digitale auch von den Kindern verändert werden kann.
00:24:07: Also sie können die Geschichte sozusagen ein bisschen selber mitgestalten und sind nicht passiv und konsumieren nur wie am Handy, sondern sind wirklich voll aktiv dabei und da freuen wir uns sehr drauf!
00:24:17: Sie sagten gerade, die Kinder und Jugendliche greifen seltener zum Buch.
00:24:20: Woran liegt das?
00:24:21: Liegt es tatsächlich an den Smartphones oder was ist der Grund Ihrer Meinung nach?
00:24:26: Ja, das liegt daran dass alle um ihre Zeit konkurrieren und Kinder tatsächlich ganz stark am Smartphone hängen.
00:24:35: Das wissen wir aus Untersuchungen Und das ist auch so schön einfach.
00:24:39: Lesen ist anstrengend, da muss man etwas leisten und im Zweifel ist es wirklich nicht einfach gerade für Kinder die noch lesen lernen.
00:24:48: Das Smartphone kann sich passiv berieseln lassen von morgens bis abends.
00:24:54: Das macht leider ganz viel mit dem... Kleinen gehören unserer Kinder, wo sich die Synapsen leider nicht mehr so verknüpfen wie sie das früher getan haben.
00:25:08: Das ist ein großer Konkurrenzfaktor!
00:25:11: Wir unterbrechen ganz kurz das Gespräch mit Julia Bielenberg, denn unser Werbepartner Salesforce lädt zu einem spannenden Event ein.
00:25:19: Am sechsten Oktober findet der Salesforce Manufacturing Summit in Mercedes-Benz Museum in Stuttgart statt.
00:25:26: Hier kommen Branchenpioniere und Tech-Visionäre zusammen, um zu zeigen wie autonome KI-Agenten die Fertigungsindustrie von Grund auf revolutionieren.
00:25:37: Ihr wollt dabei sein?
00:25:38: Alle Infos und die Anmeldung findet ihr über den Link in unseren Shownotes!
00:25:43: Und damit geht es zurück ins Gespräch mit Julia Bielenberg.
00:25:48: Liegt es vielleicht auch an einer anderen Art des Erzählens?
00:25:51: Also das frag ich mich manchmal, wenn ich jetzt zum Beispiel meine Kinder angucke und dass sie sehr früh daran gewöhnt sind.
00:25:58: Die sind jetzt aber auch schon ein bisschen älter.
00:25:59: Das sind Jugendliche, die mit sehr viel Spannung erzählt werden.
00:26:03: Und dann kommt der Cliffhanger.
00:26:04: Man will immer weiter durch Serien erzählweisen
00:26:06: usw.,
00:26:07: diese langsam funktionierenden Geschichten.
00:26:10: Mein Eindruck ist einfach, dass die sehr schwer haben in der Generation oder... Naja, wir haben alle komplett überreizt.
00:26:17: Also alle wie wir da sind und das heißt dieses Geschichten erzählen ist natürlich schneller geworden.
00:26:24: Wir sehen es bei Filmen.
00:26:25: also wenn ich mal heute ein Film aus den neunzig oder zweitausend Jahren angucke dann finde die gehen langweilig und langsam.
00:26:33: extrem schön, weil es so langsam ist.
00:26:37: Es findet ja auch manchmal eine Rückbesinnung.
00:26:39: dann dahin gehen statt dass man denkt okay man möchte jetzt auch gerade mal was nicht so schnelles haben oder etwas langsameres haben und das ist im Buch auch der Fall, dass man unglaublich viel Action oft bieten muss damit's nicht langweilig ist.
00:26:56: aber Ich glaube, was die Problematik vor allem ist, dass die Kinder heutzutage komplexe Geschichten und komplexen Sätze gar nicht mehr lesen können oder verstehen.
00:27:10: Also das ist eine Erfahrung, die wir gemacht haben immer wieder dass ich weiß nicht zum Beispiel wenn man eine Conneia Funke nimmt, die wirklich sehr bildreich auch schreibt und wo die Sätze dann verschachtet sind Das wird heute von vielen Kindern leider gar nicht verstanden Und die oder einfach Schwierigkeiten haben sich darauf einzulassen.
00:27:34: Und da muss man eben gucken, wie kriegt man diese Geschichten dann anders verpackt an die Kinder heran.
00:27:38: und das geht eben ganz oft übers auditive sehr gut.
00:27:43: Das geht über die Bühne sehr gut, dass man wirklich andere Formate findet.
00:27:46: Wir machen inzwischen ja auch ganz viele Bücher, die wir bewusst von der Sündtagsheer dem entgegen kommen und sagen jetzt machen wir ganz einfache Sätze.
00:27:54: Also wirklich nur... Nomen, Verb und Objekt oder sowas dass man wirklich einfache Sätze hat damit die Kinder das auch wirklich dann entsprechend verstehen.
00:28:04: Und wenn sie sich angucken Berlin Sie kommen aus Berlin oder sind in Berlin wir haben es gerade gehört also knapp fünfzig Prozent der Kinder In den dritten Klassen können nicht mehr lesen Dann ist das einfach was unglaublich erschreckendes und das bestätigt aber nur die Entwicklung die wir seit Jahren haben und in Deutschland weit kann eben jedes vierte Kind nach der vierten Klasse nicht mehr sinnentnehm gelesen, also das heißt sie können nicht lesen.
00:28:29: Nur Sie verstehen nicht!
00:28:30: Also selbst wenn Sie die Buchstaben irgendwie zusammenbringen dann verstehen Sie den Inhalt, den Sie gelesen haben und das ist gravierend.
00:28:37: Das ist für alle gravierenderes ein erhebliches Problem für uns als Gesellschaft.
00:28:44: Die werden nicht partizipieren können an Gesellschaft wie Sie es eigentlich müssten.
00:28:50: Es hat riesige wirtschaftliche Auswirkungen.
00:28:53: Es hat für uns auch eine gesellschaftliche Folge.
00:28:56: Da bin ich mir, denke ich immer das wird in der Politik viel zu sehen wenig gesehen.
00:29:01: wer nicht lesen kann und nicht komplex denken kann.
00:29:05: Der wird sich die einfachen Antworten suchen und wir sind im Zweifel am Rande unseres politischen Spektrums.
00:29:10: Und da können Sie reden über so viele Brandmauer wie sie wollen aber wenn die Kinder nicht mehr gebildet sind dann wird diese Entwicklung noch drastisch zunehmen.
00:29:21: Und da verstehe ich nicht, dass man da nicht als in der Politik wirklich viel stärker darauf achtet und da reingeht und im wirklich eine Bildungsreform die sich gewaschen hat anbietet und macht uns so fort.
00:29:36: wir haben gar keine Zeit mehr zu verlieren.
00:29:37: Wie müsste die aussehen?
00:29:38: Also was sollte die Politik tun und was müssten wir als Gesellschaft auch tun?
00:29:43: Wir machen seit zehn, fünfzehn Jahre sind wir sehr aktiv in der Leseförderung zugange Wir spenden, wir haben auch in Hamburg und auch bundesweit kleine Aktionen wo dann Kinder kostenlos an Bücher herangeführt werden.
00:30:00: Aber es sind immer Aktion die auf Ehrenamt basieren oder auf dem Engagement der Verlage basiert und das kann nicht sein!
00:30:08: Das ist nicht primär nur unsere Aufgabe sondern es ist eine gesellschaftliche Aufgabe dieser Herausforderung zu begegnen, und zwar als allererstes eine wirklich ernst gemeinte Bildungsreform.
00:30:23: Und zwar sowohl was die Inhalte anbelangt von dem, was die Kinder lernen.
00:30:27: also die Bildungsinheite sind nach wie vor und sie wissen auch auf sechzehn kleine Bildungen verteilt in diesem Land, die nicht übereinstimmen.
00:30:35: das ist schon mal ein riesiges Problem und ich weiß bin eine große Verfechtering des Fyderalismus aber nicht auf Bildungsebene weil Sie uns wahnsinnig blockiert behindert.
00:30:45: Und ich glaube, auch wenn das eine Sache ist wo sie alle Angst haben sich die Finger zu verbrennen man muss sie sich verbrennend im Sinne unserer Kinder damit sie eine Zukunft haben.
00:30:54: und wir haben nur eine Zukunft.
00:30:57: Wir haben in Deutschland das ist unser Kapital was wir haben.
00:31:01: wir haben kein Rohöl wir haben keine seltenen Erden davon.
00:31:06: Wir haben nur die Bildung unserer Kinder, die uns langfristig davor schützt dass dieses Land funktionieren wird und wir vernachlässigen das gerade sträflichst.
00:31:17: Wir kümmern uns um Dinge also es sind alle wichtig keine Frage aber um das Wichtigste und die wichtigste Zukunft Zukunftsoptionen, die wir haben.
00:31:25: Nämlich die Bildung unserer Kinder kümmern wir uns gar nicht und überlassen das Ehrenamt und verlagen.
00:31:30: und da muss man ganz ehrlich sagen Wir brauchen diese Bildungsreformen.
00:31:34: Wir brauchen eine Stärkung der Lehrer damit sie nicht an dem System verzweifeln.
00:31:39: Wir brauchen eine frühkindliche Sprachförderung und zwar wirklich von zwei Jahren an, weil da werden die Grundlagen gelegt dafür dass die Kinder überhaupt mit einem Mindestmaß an Sprache in die Grundschulen kommen.
00:31:56: Wir müssen sehen wie wir die Medienkompetenz ausbauen fördern sowohl bei denen Lehrern als auch bei den Eltern.
00:32:03: Man muss ganz stark auch mit den Eltern ansetzen, was müssen die denn machen?
00:32:08: Die Kinder gucken sich ja ganz vieles nur ab bei den Ältern und auch den Smartphone Gebrauch kauf also gucken sich die Kinder bei den älteren ab.
00:32:16: und wenn die Eltern die ganze Zeit von morgens bis abends noch ein Smartphone hängen Und das ist letztendlich ein Bild dafür was im Moment passiert in der in der Gesellschaft.
00:32:26: Es wird nicht mehr kommuniziert mit den Kindern, es wird nicht mal hingeguckt.
00:32:29: Man ist abgelenkt von den Smartphones und da muss sich ganz dringend was dran ändern.
00:32:34: also vielleicht muss man einen Elternführerschein oder sowas einführen?
00:32:36: Ich habe keine Ahnung ich bin kein Experte!
00:32:38: Aber ich könnte Ihnen eine Latte an Maßnahmen nennen und das glaube ich würde die Sendung sperren.
00:32:43: aber ich glaube es zeigt dass wir ganz ganz drin etwas tun müssen damit die Kinder ein Recht auf Bildung eingelöst bekommen.
00:32:52: Wie gehen Sie im Verlag Spannungsfeld rum, auf der einen Seite sagen sie die Lesekompetenz nimmt ab.
00:33:00: Die Kinder können so komplexe Zusammenhänge nicht mehr verstehen.
00:33:03: wenn man jetzt Bücher produziert, die noch nach der alten Art und Weise produziert sind wo es vielleicht komplexes Zusammenhängen gibt dann werden die vielleicht weniger gekauft.
00:33:12: eigentlich müsste man wie Sie gesagt haben Geschichten einfacher erzählen um wenigstens spannende Geschichten und kreative Geschichten den Kindern zu vermitteln.
00:33:20: aber setzt man natürlich die Latte auch wieder tiefer.
00:33:23: Wie wird das intern diskutiert?
00:33:25: Also es ist ja schon ein Spannungsfeld, was man da hat und einen Fingerspitzengefühl, das man braucht.
00:33:29: Genau!
00:33:30: Ja... Ein wahnsinnig spannendes Spannungsheld und wir machen uns darüber von morgens bis abends Gedanken.
00:33:36: also das wird überhaupt nicht ausgeklammert sondern man muss sich ganz genau angucken.
00:33:41: ich wünschte mir in der Politik würden sie das auch tun dass man einfach genau hinguckt wo sind denn die Punkte die nicht funktionieren?
00:33:49: wie können wir da reingehen?
00:33:51: Und letztendlich ist das die Aufgabe der Transformation.
00:33:55: und zu gucken, wir empfinden uns hier als Experten für das Geschichten erzählen.
00:34:02: Das ist unsere Kompetenz.
00:34:03: Und in welchen Format wird das ausspielen?
00:34:06: Wir alle lieben Bücher aber wenn Bücher nicht mehr in dem Maße funktionieren dann müssen diese Geschichten die Kinder auf einem anderen Weg erreichen.
00:34:14: Es ist mir wichtig dass die Kinder da nicht nur von irgendeinem digitalem Schrott bespielt werden, sondern dass es gute Geschichten sind die diese Kinder erreichen und dafür sind wir zuständig.
00:34:27: Und das ist unsere Aufgabe und das ist auch das was uns jeden Tag antreibt, dass wir den Kindern gesellschaftliches Wachstum ermöglichen.
00:34:34: Das machen wir und wir machen es eben in ganz unterschiedlichen Formaten.
00:34:39: ich glaube das ist unser Antwort darauf ja wirklich gucken dass wir uns wirklich ganz genau angucken Wo halten sich die Kinder auf?
00:34:46: Was machen sie den ganzen Tag, dass wir Experten für die Kinder sind und Sie genau da abholen wo sie sind.
00:34:52: Und das ist jetzt sicherlich mit dem immersiven euren Erlebniswelten ein Paradebeispiel dafür wie wir uns verändern von einem klassischen Verlag hin zu einem Medienhaus und in diesem Medienhaus einfach die Geschichten dreihundertsechzig Grad bespielen.
00:35:11: Gehen Sie davon aus, dass das gedruckte Buch in absehbarer Zeit gar keine relevante Rolle mehr spielen wird?
00:35:16: Um Gottes Willen nein.
00:35:18: Das Buch wird es immer geben.
00:35:19: tatsächlich aber... ...das Buch wird nicht mehr in der Form vorhandensein, wahrscheinlich auch nicht mehr an der Vielfalt und in der Masse wie es bislang der Fall ist sondern es wird eine Reduzierung geben an Titeln, Anauflagen und das merken wir jetzt schon, die Reduzierung ist im Gang Und das wird noch weitergehen.
00:35:42: Ich finde es aber immer interessant, mal in andere Länder zu gucken wie gehen die denn damit um und was machen sie dann?
00:35:47: Also wenn man nach Schweden guckt da merkt man die digitale Entwicklung und Schweden ist uns ungefähr sieben Jahre voraus in der Entwicklung und dort können wir ganz genau sehen was passiert mit dem Buch.
00:36:01: Es war so dass früher das Verhältnis im Umsatz sechzig-vierzig war also Buchwörtspiel oder Buch-Audio.
00:36:10: Und jetzt ist es so, dass Audio-Sechzig Prozent ist, Buch-Fürzig Prozent tendenzieigend steigend und das finde ich ein ganz guter Gradmesser an dem man sehen kann wie die Entwicklung ist und wie sie auch bei uns sein wird.
00:36:23: Wen ist so?
00:36:23: Dass die auch vom Staat stark gegensteuern also dass Sie jetzt zum Beispiel ja auch gesehen haben gerade in der Grundschule.
00:36:30: Das ist auch etwas was für das Maßnahmenpaket Für Schulen mitdenken könnte.
00:36:35: das, dass sie gemerkt haben, dass die Digitalisierung der Schulen also wirklich nur alles auf dem iPad gemacht von der ersten Klasse an.
00:36:44: Dass das massiv zum Abbau von Lesefähigkeit geführt hat und dass die Kinder einfach... man braucht eben diese Hand-Augenkoordinationen.
00:36:53: wenn man die nicht so stark hat dann ist das sehr, sehr zum Nachteil von der kognitiven Entwicklung der Kinder.
00:37:00: Und da hat man gegen gesteuert und hat gesagt die Grundschulen sind gar nicht mehr digitalisiert.
00:37:05: also die haben keine iPads mehr sondern die lernen wieder wie früher einfach mit einem Stift in der Hand.
00:37:12: Das führt zu Mehrlesefähigkeit.
00:37:14: sie statten jede Schulbibliothek mit Büchern aus, mit allen Bücheren die erscheinen für Kinder Und da macht also auch der Staat schon eine ganze Menge dafür, dass das Lesen wieder in den Vordergrund rückt.
00:37:26: Das würde ich mir hier manchmal auch ein bisschen wünschen.
00:37:28: Es ist ja eigentlich ganz gut für Deutschland, dass wir noch nicht so stark digitalisiert sind im Bildungssystem.
00:37:32: Können wir das vielleicht direkt überspringen?
00:37:34: Sie machen es jetzt und sie machen die gleichen Fehler, die schon gemacht wurden.
00:37:38: Manchmal denkt man Leute guckt doch einfach einmal über die Grenze dann habt ihr die Erfahrung das schon.
00:37:41: Da müsst ihr sie selber machen.
00:37:44: Im Zweifel zum Nachteil der Kinder Wobei es in den Schulen ja teilweise jetzt interessanterweise auch zurückgedreht wird.
00:37:49: Also die Schulen, die sich als digitale Schulen bezeichnet haben und dort schon genau sind dabei das teilweise wieder zurück zu drehen.
00:37:55: Ja, glaub aufgrund dessen.
00:37:57: Am Arbeitsplatz zieht Technologien wie die künstliche Intelligenz gerade mit Höchstgeschwindigkeit ein.
00:38:03: Viel Aktionismus auch.
00:38:05: Welche Entscheidung darf bei Oettinger niemals eine künstlische Intelligenze treffen?
00:38:09: Welches Buch wir machen und vor allem nicht den Text und das Bild... Die generative KI machen wir nicht, aber wir machen ansonsten alles mit KI und sehen das auch als große Möglichkeit und als Chance Zeit einzusparen um mehr Zeit für kreative Prozesse zu haben.
00:38:26: Und sind da tatsächlich sehen es auch als eine große Chance.
00:38:30: Und woran erkennen Sie dass etwas wirklich von Menschen kommen muss?
00:38:33: Naja also ich glaube erkennen können wir das gar nicht immer.
00:38:38: Also man merkt schon... Ich behaupte, ich sehe sofort ob ein Text von einer KI gemacht ist oder nicht.
00:38:46: Aber vielleicht überschätzt ihr da auch ein bisschen meine Fähigkeiten.
00:38:49: aber wir haben das vertraglich ausgeschlossen bei uns dass die Texte KI generiert sind und wenn würde sich der glaube ich schon einen Risiko begeben wenn man das dann übergeht und einfach macht oder bzw.
00:39:03: ja also das kann ich eigentlich für uns ausschließen und es ist ja auch letztendlich der USP, den wir haben.
00:39:11: Wenn man mal nach draußen guckt und sieht wie viel KI Schwemme dort ist und wie viele Bücher inzwischen KI generiert sind und über Amazon vertrieben werden – ich glaube, inzwischen haben sie es begrenzt auf drei Titel pro Tag oder so ähnlich – da ist ja auch ganz viel wirklich erschrocken.
00:39:32: Und dagegen muss man sich hier absetzen keine generative KI einsetzen und dass es von Menschen gemacht ist.
00:39:42: Und ich glaube, das ist auch ein großer Wert.
00:39:45: Ein Bereich der wächst ja dieses Young-Erdal-Segment.
00:39:49: Wie wichtig ist das für Sie?
00:39:50: Was steckt eigentlich hinter dem Phänomen?
00:39:53: Vielleicht können Sie auch erst mal etwas erklären was das eigentlich ist, worum's da geht.
00:39:56: Weil letztendlich ist das so'n bisschen ... Das, was es schon aussagt... Es ist für junge Erwachsene Und das sind Titel, die oft im Romance-Romante sie bereich spielen.
00:40:11: Ja, das ist so Literatur für junge Mädchen, die sich hervorhebt durch bestimmte Muster, die immer wieder kehren also erzielen Muster die immer wieder auftauchen, um das jetzt für die Hörer einfach zu erklären und die einen unheimlichen Such auf die jungen Mädchen haben.
00:40:37: Und wir haben ja das Phänomen dass die Jungs oft lesen faul sind einige Mädchen dafür umso mehr lesen und das ist sicherlich unser großes Glück in der Buchbranche dass es diese Mädchen gibt noch verstärkt durch Booktalk.
00:40:53: Also das ist auch so ein Social Media Phänomen, was noch dazu kommt, dass es also wirklich cool geworden ist und innen ist diese Texte zu lesen.
00:41:02: Und da gibt es ganz unterschiedliche, man hat dann bestimmte Tropes, also bestimmte Themen die dann immer wieder auftauchen.
00:41:11: Das ist einfach ein richtiges neues Genre geworden für diese jungen Mädchen zu schreiben.
00:41:20: große Erfolg und auch was das Lesen anbelangt, dass es wirklich hip und cool ist.
00:41:25: Vor zehn Jahren wurde dieses Segment also für junge Leser komplett totgesagt und man tut gesagt leben länger, also dass man wirklich das nicht einfach totsagen kann.
00:41:35: Was allerdings ein bisschen problematisch ist, ist, dass er dort auch vielfach um toxische Dinge gehen kann.
00:41:44: Also wir machen kleine toxischen Bücher oder toxische Beziehungen in Büchern.
00:41:49: Aber einige Bücher, die da auf dem Markt sind, die haben oder reproduzieren Muster.
00:41:56: Die eigentlich gesellschaftlich, würde ich mal sagen stark überholt sind.
00:42:00: und da fragt man sich warum dort dieser Sehnsucht nach diesen Mustern ist?
00:42:06: Und teilweise... Also man hat inzwischen Spicy-Klassen eingeführt also je mehr Sex sozusagen desto spiciger es ist.
00:42:17: Und einige Bücher sind auch, ich sage mal krass pornografisch angelegt und da hätte ich Probleme das meiner dreizehnjährigen Tochter wenn ich eine hätte in die Hand zu drücken.
00:42:28: Deswegen fände ich es nur fair wenn man das entsprechend kennzeichnet.
00:42:33: wir machen keine toxischen Bücher dort sondern wirklich spannende schöne auch heiße Bücher aber die eben nicht toxisches haben und ein gutes Lesefutter letztendlich für alle Mädchen abtreizen auch darstellt.
00:42:52: Und ich hoffe, dass andere Verlage da vielleicht auch so'n bisschen ihre Verantwortung noch mehr nachkommen würden.
00:42:59: Und Toxa scheißt in dem Fall sehr traditionelle Rollenbilder.
00:43:02: oder was genau meinen Sie damit?
00:43:05: Nü, das heißt letztendlich dass es oft verkleide.
00:43:08: also da sind dann nicht unbedingt die jungen Männer die wir da draußen auf der Straße haben sondern so ein bisschen verkleidet in Wehrwölfe oder ähnliches und die sich an Jungmädchen ausleben.
00:43:20: Und sexuell wirklich ausleben und das möchte man eigentlich nicht unbedingt lesen.
00:43:26: Also das ist harte Chronographie zum Teil.
00:43:29: Aber wie gesagt, das ist nur ein kleiner Teil.
00:43:31: Die meisten sind nicht so und die meisten sind wunderbar zu lesen.
00:43:35: Nur es gibt ebenso ein paar Ausnahmen und ich fände es ganz gut wenn die entsprechend gekennzeichnet würden damit und einige sind es auch aber andere nicht Und ich finde da haben wir als Verleger auch eine Verantwortung das entsprechend zu kennzeichnen.
00:43:50: Ja mit Ravensburg und Steif sind jetzt zwei große Marken fusioniert.
00:43:55: Wie schauen Sie auf diese neue Partnerschaft?
00:43:59: Hat ihr nichts Direktes mit Ihrer Buchbranche zu tun, aber braucht es diese Allianzen um im Kinderbereich erfolgreich zu bleiben?
00:44:06: Also wenn ich's richtig gelesen habe.
00:44:08: Aber korrigieren Sie mich da gerne hat Ravensburger glaube ich ist das nicht unbedingt eine Allianz oder eine Kooperation sondern ich glaube Ravensburg er hat die Mehrheit übernommen und das ist im Moment das was wir deutschlandweit einfach merken dass Konzerne kleinere Unternehmen, die gegebenenfalls in Schieflage geraten sind weil alles teurer geworden ist und so weiter übernehmen.
00:44:36: Das ist einfach eine Terenz dies da.
00:44:38: also das merken wir.
00:44:39: es wird auch nicht immer offen kommuniziert sondern da passiert schon ne ganze Menge gerade auf dem Markt Und das ist natürlich für die ich sag mal für die große Chance an Dinge zu kommen.
00:44:53: Für die kleinen nicht so einfach.
00:44:55: Ja Also das ist sicherlich für Ravensburger, also ich hätte es wahrscheinlich wenn nicht in ihrer Situation wäre genauso gemacht weil er natürlich eine Erweiterung des Portfolios ist und auch eine Erweitern der Möglichkeiten Geschichten zu erzählen auf eine andere Art und Weise.
00:45:12: Also von daher ist das total konsequent.
00:45:17: Wir machen das eher dass wir versuchen von uns herauszuwachsen mit Ideen, mit Kreativität, mit Mut Und Kooperationen sind sicherlich dabei nicht ausgeschlossen, aber es ist jetzt nicht unser primärer Fokus.
00:45:30: Sie sagten gerade irgendwie eine andere Möglichkeit Geschichten zu erzählen?
00:45:33: Ist das am Ende was sie persönlich und was vielleicht auch das ganze Medienhaus antreibt, Geschichten erzielen?
00:45:39: Also unser Kern ist das Geschichten erzählen.
00:45:41: Wir sind diese Experten für das Geschicht erzählen und wir möchten es in jeder Facette tun, und wir wissen die Formate können vielleicht sich wandeln oder gehen.
00:45:49: also wenn wir mal in die Vergangenheit gucken der Fernseher spielt heute bei den jungen Generationen kaum noch eine Rolle.
00:45:56: nun die streamen sich das meiste was sie haben.
00:45:58: ich weiß wir haben früher noch DVDs gemacht die zeute gar nicht mehr.
00:46:01: die CDs gibt's heute nicht mehr.
00:46:04: das heißt formate kommen umgehen.
00:46:06: Aber was bleibt, sind die Geschichten und die sind wesentlich.
00:46:10: Und die sind für uns wesentlich jeden Tag.
00:46:12: Egal in welche Formate wir sie gießen oder in welchen Gefäße wir sie giessen, so würde ich es vielleicht sagen.
00:46:17: Die Geschichten bleiben und dafür sind wir da.
00:46:21: Das ist doch ein wunderbarer Übergang Tobias!
00:46:24: Wir kommen jetzt zu den letzten drei Fragen und die erste Frage ist wie stellen wir immer quasi einen Home-Tür für Sie aber zugleich?
00:46:32: Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
00:46:35: anderen empfehlen würden, auch zu lesen.
00:46:38: Also ich habe gelesene Francesco Vidotto heißt da glaube ich meine Berge bist du.
00:46:44: das fand ich einfach.
00:46:46: also es fing so ein bisschen plätschern an und hat dann sehr viel an gefühl poesi dynamik gewonnen.
00:46:55: und ich zum schluss hab ich wirklich geheult wie ein schloss und fands einfach schön.
00:46:59: und ich finde wenn dass literatur vermag und und dann ist es einfach.
00:47:04: Nur dann merkt man, da hat jemand was richtig gemacht.
00:47:07: Dann ist es alles Licht das wir nicht sehen genau von Anthony Dörr und das hat mich einfach fasziniert.
00:47:16: Das ist so ein bisschen ja die Geschichte auch einer jüdischen Familie, die die Nazis überlebt und wo sich die Tochter denn letztendlich mit einem deutschen Soldaten anfreundet und das hat mich unglaublich bewegt.
00:47:35: Und was ich wunderschön finde, ist ein Buch... Sie dürfen auch gerne drei Buche sehen.
00:47:40: Ja dann ist es jetzt tatsächlich das dritte, dass ein Buch, das wir rausbringen werden, was ich gerade aus meiner Skript gelegen habe.
00:47:48: Das kommt im Herbst und heißt Sascha, das ist letztendlich die Geschichte vom Buchspazierer von Carsten Henn Und aber aus der Sicht des Mädchens geschrieben, der Sascha.
00:47:58: Das hat mich einfach ungehauen, weil ich es so schön fand.
00:48:00: Super!
00:48:01: Vielen Dank, Sie bekommen auch ein Buch aus dem Maschineraum Buchclub und zwar von Georg Stavoy, der das Empfundnis ist CEO von Pürkatsch Fluid Control Systems – ein bisschen andere Branche.
00:48:11: Aber das Buch wird Ihnen vielleicht auch gefallen?
00:48:13: Das ist für Polina von Takis Würger.
00:48:17: Das schicken wir Ihnen zu... Nach Hamburg.
00:48:19: Danke schön, ich bedanke mich sehr!
00:48:21: Herrlich, werde ich was im Urlaub zum Lesen haben?
00:48:23: Das ist doch gut.
00:48:25: Genau.
00:48:27: Die nächste Frage kommt von mir und zwar stelle ich mir schon die ganze Zeit als Verlegerin wäre das ja eigentlich sehr naheliegend.
00:48:34: Haben Sie selbst mal etwas geschrieben oder überlegen sie das zu tun?
00:48:39: Ja, ich glaube dass macht jeder der in diesem Bereich tätig ist.
00:48:43: Ich habe mal was geschrieben, das hab' ich aber nie... weiter verfolgt und geschweige den Veröffentlich.
00:48:49: Ich glaube bei Verlegern ist es so, das muss ja dann so hundertprozentig, hundredzehn prozentig toll sein und ich finde das war's noch nicht.
00:48:57: Ich hab aber eine Geschichte im Kopf.
00:48:58: die ist eigentlich schon komplett drin.
00:49:01: da muss ich nur mal die Zeit haben hier runter zu schreiben und soweit ich die Zeit habe werde ich das tun.
00:49:05: Dann sind wir alle gespannt an diese andere Geschichte?
00:49:08: Haben sie die jemandem gezeigt dass es was ja persönliches oder haben Sie für sich beschlossen?
00:49:12: Nee, das ist noch nicht ganz.
00:49:14: Das habe ich meinen Kindern vorgelesen, die fand es toll.
00:49:16: Aber ich finde Kinder sind ja nicht so objektiv.
00:49:21: Ja, nicht was die eigene Mutter betrifft vermutlich.
00:49:25: Bei der letzten Frage geht das auch um eine Geschichte, die Sie schreiben und zwar welches Kapitel Familienunternehmensgeschichte möchten sie einmal geschrieben haben?
00:49:34: Also vielleicht muss man da ein bisschen an die Buttenbruchs denken.
00:49:37: Mein Vater hat mir gesagt hoffentlich läuft's bei uns nicht über den Buttenbrucks Thomas Mann.
00:49:42: Die erste Generation gründet, die zweite baut auf.
00:49:46: Die dritte zeigt deutliche Risse und die vierte setzt alles in den Sand.
00:49:52: Wir sind jetzt die dritte Generation und ich hoffe dass wir keine deutlichen Risse zeigen sondern dass wir einfach die Transformation vorantreiben von einem klassischen Verlag hin zu einem Medienhaus das Geschichten eben in allen Formaten zeigt.
00:50:09: Und wenn es das gelingt haben wir schon eine Menge erreicht.
00:50:13: Liebe Frau Bielenberg, vielen Dank für das Gespräch und ich gehe gleich erst mal in den Buchladen- und Kaufkinderbüche.
00:50:20: Ja, danke schön!
00:50:21: Hat mich sehr gefreut.
00:50:22: Vielen dank nach Berlin.
00:50:23: und ja, vielen danke.
00:50:25: Ich komme dann vorbei wenn nicht mehr da sein sollte.
00:50:27: Gerne Alles neu.
00:50:37: der Interview Podcast aus dem Maschinenraum.
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